Voll alleine ist ja nur doof

Der Morgen fing schon komisch an. Der große Mann ging ohne mich aus dem Haus, nachdem er dem kleinen Mann tschüß gesagt hatte. Danach machte der kleine Mann eine Runde mit mir und packte mich ins Auto. Ich hätte da schon ahnen sollen, dass etwas faul ist. Schließlich hat er sogar eine Kiste Futter für mich eingepackt.

Wir kamen dann zu einem Platz, wo man ganz viele Hunde riechen konnte. Dort sprach er mit einer kleinen Frau und dann brachten die mich zu einem Haus mit einem Zaun Drumherum.

Kaum hatte ich mal nicht aufgepasst, war der kleine Mann auch schon verschwunden. Ich jaulte ein bisschen, dass beeindruckte jedoch niemanden. Nun war ich hier, irgendwo weit weg von zu Hause, weit weg von meinem Rudel.

Hier gab es viel zu schnuppern und es gab auch einige andere Hunde. Aber ich war in dem kleinen Garten mit dem kleinen Haus. In dem war es trocken und man konnte darin auch schlafen. Aber es war nicht mein Haus.


Zwischendurch hörte ich immer wieder Menschen und andere Hunde. Nur meine Menschen waren nicht dabei. Ich machte das Beste daraus und hoffte, dass mich bald mal wieder jemand rausholt. Das passierte auch Zwischendurch. Doch meistens musste ich bei dem kleinen Haus bleiben.

Immer wenn jemand kam, Bellte ich, wie ich noch nie gebellt hatte. Hey, die mussten mich doch hören. Nur hat es wohl keinen Interessiert. Dann war auch schon wieder Nacht und ich ging schlafen.

Am nächsten Morgen kamen wieder Menschen. Sie liefen in den Häusern und Gärten herum und machten alles Mögliche. Die anderen Hunde bekamen Futter am Morgen. Ich nicht. Auch da half wieder mal kein Bellen und Jaulen.

So verging der Tag. Zwischendurch mal mit anderen Hunden zusammen gespielt und bisschen herum gerannt, dann wieder zu dem kleinen Garten mit dem kleinen Haus. So richtig rennen ging da gar nicht. Abends gab es dann endlich was zu futtern. Eigentlich viel zu wenig, so das ich mal bei den anderen Hunden schauen ging. Der eine Hund motze mich an, da wurde ich erst einmal sauer. Ergebnis, ich musste wieder in den kleinen Garten mit dem Haus. Wieder war Nacht, Zeit zum schlafen. Kein großer oder kleiner Mann, der mit mir tobte oder mich knuddelte.

So kam schon der nächste Tag. Alles wie am ersten Tag. Kein Frühstück, bisschen toben, Bellen und Jaulen. Sonst ist nichts Großartiges passiert. Es wurde schon wieder dunkel. Ich hatte noch mal richtig gefuttert, denn wer weis, wann es hier wieder etwas gibt.

Auf einmal stand da die kleine Frau von meinem Dalmatinerfreund Timmy. Hey, endlich jemand den ich kenne. Ich begrüßte sie und sie nahm mich sogar mit. Nun war ich aber gespannt und voller Freude. Wir fuhren durch die Nacht. Als das Auto anhielt und die kleine Frau den Kofferraum vom Auto auf machte, waren wir wieder bei meinem Haus. Hey, es geht nach Hause! Wo ist der kleine und große Mann? Erst einmal begrüßte mich nun das Herrchen und Frauchen von Bootsmann. Bootsmann durfte nicht zu mir, nun bellte er mal.

Ich war mit dem Begrüßen noch nicht fertig, da stand auf einmal der große Mann mitten im Haus. Und was macht der Kerl? Begrüßt erst einmal die Menschen. Ich freue mir ein Loch in den Bauch. Springe herum, dass die Erde bebt, der bleibt locker und beachtet mich nur aus dem Augenwinkel. Den habe ich dann erst einmal etwas heiser angebellt, damit er begreift dass ich auch da bin. Irgendwie war meine Stimme weg, ich habe wohl zuviel gebellt die Tage. So klein bin ich schließlich auch nicht, dass man mich übersehen kann. Okay, Maul halten und hinsetzen. Vielleicht registriert er mich ja dann. Siehe da, wie auf Kommando begrüßt er mich. Mensch, habe ich mich gefreut.

Als wir dann alleine waren, haben der große Mann und ich erst einmal geknuddelt und gerauft. Mensch war das ein tolles Gefühl wieder zu Hause zu sein und mit dem großen Mann zu kuscheln. In dieser Nacht habe ich auf den großen Mann ganz besonders aufgepasst, dass er ja nicht wieder ohne mich weggeht. Ich habe sogar neben seinem Bett gelegen, wo ich sonst nie liege.

Am nächsten Tag war wieder alles normal. Was ein Glück. Morgens ein kleiner Spaziergang, Mäuse und Hasen jagen und dann ab ins Büro. Irgendwann kam dann auch der kleine Mann und wir fuhren zusammen in eine andere Stadt zu einer Party.

Leute ich sage euch was. Es war mir total egal wie lange ich dafür im Auto saß. Es war mir total egal wie viele Menschen bei der Party waren und wie laut die Musik spielte. Ich war wieder ein glücklicher Hund, denn mein Rudel war wieder komplett. Ich brauche halt einfach meinen kleinen und großen Mann. Wir drei gehören doch einfach zusammen. Mein Rudel, mein Team, mein Boss.

Ein Kommentar

  1. Hi Schnitzel,
    also das mit dem Alleinsein, das kann ich so gar nicht vertragen! Herrchen sagt immer, ich sei schlimmer als ein Menschenbaby. Na ja, hat er vielleicht auch recht. Ich will immer mein Rudel zusammen haben und dazu gehört neben Herrchen natürlich auch Frauchen, meine „Schwestern“ Leslie und Sanchia. Autofahren mag ich auch überhaupt nicht, das kannst Du ja mal nachlesen auf meinem Blog unter http://baltos-welt.blogspot.com. Mach´s gut, bis später mal und viele wuff-wuffs, Balto

Kommentare sind geschlossen.